Abklärung und Therapie von Schwindelbeschwerden

Abklärung und Therapie von Schwindelbeschwerden

Schwindel ist ein Problem jeden Alters, wobei vor allem im höheren Alter eine starke Zunahme der Beschwerden zu verzeichnen ist.

Die Ursachen sind sehr vielseitig. Sie reichen von Funktionsstörungen des Ohres, des Gehirns, der Augen, der Durchblutung, des Herz-Kreislaufsystems, des hormonellen Systems bis hin zu Störungen der Halswirbelsäule. Entscheidende Hinweise auf die Ursache sind schon aus der Krankengeschichte zu erfragen. Nach Befragung und Anamnese stehen verschiedene Untersuchungen zur Abklärung der Ursache zur Verfügung.

Für diese Ursachenforschung ist es unerlässlich Nebenerkrankungen, Voroperationen und vor allem Medikamenteneinnahmen zu kennen. Wir bitten daher zur Untersuchung um Mitbringen der Unterlagen vom Hausarzt.

Videonystagmografie

Hierbei wird mit kalter und warmer Luft beidseitig durch den Gehörgang die Gleichgewichtsrezeptoren des Innenohrs gereizt. Die darauf folgenden Augenreaktionen werden per Video über eine Brille aufgezeichnet.

Befreiungsmanöver bei Lagerungsschwindel inkl. Patientenanleitung

Der Lagerungsschwindel wird bedingt durch frei bewegliche Kristalle im Innenohr, welche bei bestimmten Kopfbewegungen zu einem sekundenanhaltendem Drehschwindelgefühl führt.

Durch spezielle Lagerungstechniken kann herausgefunden werden, ob und in welchem Teil des Innenohres sich der Kristall befindet. Ist dieses festgestellt, wird mit einem Lagerungsmanöver versucht den Kristall in einen Bereich des Innenohres zu bringen, wo er keine Schwindelgefühle mehr auslöst.

Gentamycintherapie

Ist eine Therapiemethode beim Morbus Menieré.

Morbus Menieré ist eine Innenohrerkrankung, die wiederholt anfallartig zeitgleich mit Hörverschlechterung, Ohrgeräusch und Drehschwindel auftritt. Vor allem die Schwindelbeschwerden sind für die Patienten extrem belastend.

Wenn medikamentöse Therapien nicht ausreichend sind, kann die Gentamycintherapie eine Option sein.

Hierbei wird mit einem für das Innenohr giftigen Antibiotikum, welches in lokaler Betäubung durch das Trommelfell ins Mittelohr gegeben wird, versucht die Gleichgewichtsrezeptoren zu zerstören ohne dabei die Hörzellen zu schädigen. Bei Erfolg kann der Morbus Menieré zwar nicht geheilt werden, jedoch kommt es dann bei den Anfällen nicht mehr oder nur abgeschwächt zu den belastenden Schwindelanfällen.